Glückliche Familie

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf

»Geht nicht«, sagen die einen. »Geht doch«, behaupten die Anderen. Wer hat nun Recht? Weder die einen noch die anderen, beziehungsweise beide ein wenig. Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nicht digital, lässt sich daher weder so noch so beantworten. Realistische Einschätzungen beginnen mit »Es kommt darauf an…«. Hier erfahren Sie, was für die Vereinbarkeit der Lebensbereiche förderlich ist, also, worauf es ankommt.

Ob Familie und Beruf übereinander zu bringen sind, darüber streiten die Menschen verstärkt seit den 1970er Jahren. Die einen jammern wortreich, wie schlimm alles sei und man diesem Dilemma nicht entkommen könne, zum Beispiel konstatiert Die Zeit 06/2014: »Dass sich Kinder und Karriere vereinbaren lassen, ist eine Lüge.« Die anderen behaupten, alles sei ganz einfach und kein Problem, man müsse sich lediglich organisieren, oder der Staat müsse mehr Geld für Familien lockermachen. Die Realität zeigt jedoch, dass es nur ein Mehr oder Weniger an Vereinbarkeit gibt.

Wichtigster Tipp an die überzeugten Pessimisten: Hör auf, Energie mit Jammern zu verschwenden und schaue, was du verbessern kannst an deiner Einstellung und deinen Erwartungen. Schaue auf das, was funktioniert und hole dir damit Motivation.

Wichtigster Tipp an die überschwänglichen Optimisten: Sehe die Welt, wie sie ist: spannungsreich. Überfordere dich nicht mit Idealen, die unrealistisch sind. Niemand muss perfekt sein. Möglicherweise sind es nicht einmal deine Ideale, sondern die von »den Anderen«, also von der Gesellschaft, vom äußeren Leistungs- oder Konsumzwang usw.

Zweitwichtigster Tipp, jetzt an alle Leser: Machen Sie sich von neuem klar, was Sie ohnehin eigentlich wissen, aber oft nicht daran denken. Es ist das universale Prinzip, dass es Zeiten mit hohen Anforderungen und Stress gibt, während andere Zeiten mit Entspannung, Spaß und Freude erfüllt sind. Menschen brauchen Beides. In allen Lebensbereichen. Ohne Licht kein Schatten, Yin und Yang.

Deshalb ist es von ganz besonderer Bedeutung, auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf als das zu betrachten, was es ist: Ein fortwährendes Auf und Ab.

Nichts hören, nichts sagen, nichts sehen. Glückliche Familie hat Spaß.
So kann man es auch machen. :)

Jeder in diesem natürlichen Spannungsfeld zwischen Beruf und Familie hat jedoch die Möglichkeit, das Spannungsfeld zu beeinflussen. Schaust du dir ständig an, was schlecht funktioniert, wird immer mehr schlecht funktionieren, denn du konzentrierst dich darauf, das Schlechte zu finden. Das verstellt dir den Blick auf mögliche Lösungen. Schaust du dir dagegen das an, was gut ist an der Situation, dann konzentrierst du dich auf das Positive. Das unterstützt dich dabei, gute Lösungen zu finden, und es fühlt sich auch noch gut an. Kurzum: Jeder kann selbst entscheiden und hat seine eigene Verantwortung dafür, ob es eher klappt mit der Vereinbarkeit oder eher nicht.

Achtung: Menschen, die sich weiterhin über die vielen Stolperfallen beim Austarieren von Job und Familie beschweren wollen, sollten an dieser Stelle aufhören zu lesen, denn ab hier werden sie nur noch von Tipps, Anregungen und Möglichkeiten lesen, die ihre Situation entscheidend verbessern können, wenn sie sich danach richten. Doch möglicherweise wollen sie ja im Negativen bleiben.

Doch Sie, der/die Sie das gerade lesen: Sie glauben daran, dass noch nicht alles zu spät ist? Dass es Möglichkeiten gibt, die Sie persönlich nutzen könnten? Sie wollen Ihr Leben auf die Reihe bringen, und das möglichst voller Glück, Zufriedenheit und Erfüllung? – Super! Dann sollten Sie unbedingt weiterlesen, denn hier werden Sie praktische und sofort umsetzbare Tipps lesen, damit Sie Ihre Lebenswünsche verwirklichen können.

 

Anregungen für mehr Vereinbarkeit von Familie und Beruf  

Tipp 1 und 2:

Siehe oben (Wichtigster und zweitwichtigster Tipp)
 

Tipp 3: Definierte Ziele finden und verfolgen

Einer der größten Stressoren im gesamten Leben ist, sich ziel- und planlos von einem Tag zum anderen zu hangeln. Wenn Sie Ihr Ziel nicht kennen oder nur ungenau kennen, dann haben Sie nicht die geringste Chance, ein Ziel zu erreichen. Sie drehen sich dann im Kreis oder taumeln irgendwo hin. Als Folge davon werden Sie immer und immer wieder mit Situationen konfrontiert, die Sie nicht so recht in den Griff bekommen. Die Anforderungen werden sich widersprechen, und Sie haben das Gefühl, sich zerreißen zu müssen.

Wenn Sie genau wissen, was Sie wollen, wo Ihre Schwerpunkte sind, was tatsächlich Priorität hat, dann wirkt sich das positiv auf Ihr gesamtes Leben aus. Daher ist es für Ihr glückliches und zufriedenes Leben unbedingt erforderlich, dass Sie Ziele setzen auf der Grundlage dessen, was für Sie besonders wichtig ist. Klar, dass Ziele dazu da sind, verfolgt zu werden!
 

Tipp 4: Stärken stärken

Forschen Sie nach, was Ihnen am meisten Spaß macht. Finden Sie heraus, was Sie gut können, wo Ihre Talente sind, in welchen Bereichen Sie Begeisterung spüren, wenn Sie daran arbeiten. Reflektieren Sie dabei auch Ihre Kindheit, denn so manches Talent haben Sie im Lauf Ihres Lebens in den Hintergrund gerückt.

Passen Sie Ihre Zielsetzung an diese Stärken an, denn dann wird Ihnen das Verfolgen dieser Ziele leicht von der Hand gehen. Für etwas, was Sie können, und was Ihnen Spaß macht, brauchen Sie viel weniger Energie, als für die Dinge, mit denen Sie sich nicht wohl fühlen oder die Sie nicht gut können.
 

Tipp 5: Die eigene Erwartungshaltung justieren

Perfektionismus kostet zu viel Zeit und Energie.

Manche erwarten von sich selbst absolute Perfektion und 100 % Leistung. Permanent. Das muss schiefgehen!

Bedenken Sie, dass es eine Grundregel gibt, die Pareto-Regel. Sie besagt, dass Sie 80 % Energie investieren für die letzten 20 % der Perfektion oder der Leistung. Sehr oft scheinen Beruf und Familie deshalb unvereinbar, weil Perfektionismus und übermäßiger Ehrgeiz so viel Kraft kosten, dass für wichtige Aspekte in den Lebensbereichen keinerlei Energie mehr übrig ist. Finden Sie sich wieder?

Das muss man sich mal vorstellen: Für lausige 20 % Ergebnis wendet man 80 % der Energie auf. Welch eine Verschwendung! Verzichten Sie also auf Perfektion und ordnen Sie nicht alles dem Leistungsanspruch unter. Sie gewinnen damit sehr viel Kraft für das, was wirklich zählt!

Fällt Ihnen das schwer? Ok, verständlich, weil Sie etwas anderes gewöhnt sind. Bedenken Sie jedoch, dass die Antreiber dazu meist in der elterlichen Erziehung begründet sind. Es sind die Eltern, die ein Problem damit hatten, und sie übertrugen (meist unbewusst) ihre Probleme auf ihre Kinder, also auf Sie. Wollen Sie tatsächlich das Leben Ihrer Eltern leben oder Ihr eigenes?
 

Tipp 6: Öko-Check für Ihre Ziele und Vorhaben

Gerade, weil es darum geht, die Bereiche aufeinander abzustimmen, müssen Sie die Beteiligten ins Boot holen. Mindestens muss Ihnen bewusst sein, wo mit Widerstand zu rechnen ist. Dazu ist der Öko-Check da.

Checken Sie, wie sich Ihre Ziele auf die Menschen in Ihrem Umfeld auswirken. Prüfen Sie auch, wie sie sich auf Ihren Arbeitsplatz auswirken. Dort, wo es an Harmonie fehlt, sollten Sie genau hinschauen. Sie haben in solchen Fällen mehrere Optionen:

  • Sie können ein Ziel als undurchführbar verwerfen.
  • Sie können die Verfolgung Ihres Ziels auf einen günstigeren Zeitpunkt verschieben.
  • Sie können ein Ziel so anpassen, dass Widerständen vorgebeugt ist.
  • Sie können einen Kompromiss mit den beteiligten Menschen aushandeln.
  • Sie können an Ihrem Ziel festhalten und die Konsequenzen im Umfeld in Kauf nehmen.
     

Tipp 7: Ein guter Plan ist die halbe Miete

Manches Ziel kommt einem vor wie ein riesiger Berg, und deshalb fängt man nicht an oder gibt frustriert auf. Hier gilt es, das Ziel so lange in kleinere Ziele zu zergliedern, bis sich einfache Aufgaben herauskristallisieren. In der richtigen Reihenfolge abgearbeitet, führen sie automatisch zum Ziel.

Verteilen Sie die Aufgaben realistisch auf Ihre Zeit, damit Sie sich nicht übernehmen. Wenn Sie dazu neigen, sich mehr aufzubürden als Sie schaffen, dann planen Sie hier besonders genau. Reduzieren Sie dann, erst dann, die Anzahl der Aufgaben bzw. das Arbeitspensum um die Hälfte. So schützen Sie sich vor chronischer Überlastung mit allen ihren negativen Folgen.
 

Tipp 8: Puffer und Erholungszeiten einbauen

Geschäftsfrau macht eine Kaffeepause. Das biete eine gute Erholung

Sorgen Sie dafür, dass Ihr Tagesablauf nicht ständig verplant ist. Das ist möglicherweise nicht so ganz einfach. Bedenken Sie jedoch folgende Punkte:

  • Pausen von 5 – 10 Minuten bieten gute Erholung. Erfahrungsgemäß wird das Tagesergebnis damit nicht geschmälert, im Gegenteil: Die Konzentrationsfähigkeit nimmt stark zu, was zu effizienterem Arbeiten führt.
  • Der menschliche Körper braucht einen Wechsel von Anspannung und Entspannung. Das ist völlig natürlich. Wenn das Verhältnis zueinander längere Zeit in Richtung Anspannung tendiert und so aus der Balance gerät, stellen sich Stress und Hektik ein. Mit allen Folgen.
  • Begrenzen Sie generell die Zeiten, in denen Sie sich einer Aufgabe widmen. Wenn eine Besprechung für 60 Minuten angesetzt ist, dann wird sie nach 60 Minuten beendet und Schluss. Machen Sie das einige Male, und Sie werden sehen, dass die anderen Teilnehmer sich daran gewöhnen und es Ihnen danken.

Zeiten mit der Familie sind Zeiten nur für die Familie. Selbst Vorstandsvorsitzende von Großkonzernen und Spitzenpolitiker sind zeitweise nicht erreichbar, und das mit gutem Grund. Üben Sie hier strenge Disziplin.
 

Tipp 9: Stärken Aller im System nutzen

Es gibt Verschiedenes, was andere besser können als Sie. Punkt. Mit Sicherheit ist es auch in Ihrem Umfeld so. Binden Sie also die Stärken der Menschen in Ihrem Umfeld ein, und integrieren Sie die Stärken aller. Gemeinsames bewirkt mehr als die Summe der Einzelnen. Nutzen Sie die Intelligenz aller und damit die Hebelwirkung!
 

Tipp 10: Selbstbestrafung ist kontraproduktiv

Gehen Sie gnädig mit Ihnen um, nicht alles kann zu jeder Zeit funktionieren. Das gilt nicht nur für Job und die anderen Lebensbereiche. Das gilt auch für die oberen Tipps.

Viele sind ihre schärfsten Kritiker. Typische innere Dialoge dafür: »Das kannst du nicht. Du bist dumm. Aus dir wird nichts. Du bist es nicht Wert.« Auf Dauer geht das in die Hose, denn niemand kann perfekt sein. Selbstbestrafung und Selbstentwertung kosten Energie und erzeugen Stress, ohne dass sie auch nur das Geringste bringen. Früher konnte man Sie damit steuern, aber jetzt nicht mehr, oder?

Wenn Sie sich etwas vornehmen, und es klappt mal nicht, dann verbuchen Sie das als Übung und nehmen sich vor, es das nächste Mal zu schaffen. Bemühen Sie sich dann aber beim nächsten Mal auch!

 

Jetzt ist es an Ihnen

All die Tipps, die Sie hier gelesen haben, können Sie selbst umsetzen,
und zwar ohne großen Aufwand an Zeit, Mitteln und Energie.

Wollen Sie mehr, dann klicken Sie hier!

 

 


Bildquelle:
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Working: Image courtesy of Pong / FreeDigitalPhotos.net
Smiling Businesswoman Having Coffee: Image courtesy of stockimages / FreeDigitalPhotos.net

 

 

 

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